Bahndammästhetik, Schotterwahn, Steinwüste

Druckvariante
„Geh aus, mein Herz, und siehe Freud
In dieser lieben Sommerzeit
An Deines Gottes Gaben;
Schau an der schönen Gärten Zier
Und siehe, wie sie mir und dir
Sich ausgeschmücket haben.“

Paul Gerhardt (1607 – 1676), Theologe und Kirchenlieddichter, Strophe 1 von 7 aus Sommerlied in: Des Knaben Wunderhorn. Alte Deutsche Lieder Gesammelt von L. Achim von Arnim und Clemens Brentano, Erstausgabe 1806/1808

Diese Infoseite zum

Fotoalbum: Garten, Bahndammästhetik, Schotterwahn, Steinwüste

ergänzt die Fotos mit Informationen und Verweisen zu

Gärten des Grauens – Gärten des Todes – Kies- und Schotterflächen.

Grauenhafte, tödliche Gärten – prägnant beschrieben, aber sind Steinfelder Gärten? Die Bezeichnung „Schottergärten“ verharmlost die Probleme, die sie verursachen und entwertet den Begriff des Gartens. „Schotterplätze“ können Nutzzwecken dienen, z.B. als Parkplätze; „Schotteranlagen“ dienen der Schotterproduktion; unter „Feld“, „Bereich“, „Gebiet“ stellt man sich eine große Fläche vor. Deshalb sei das Phänomen folgend als „Schotterfläche“ bezeichnet.

Die ersten Schotterflächen erschienen in den 2000er Jahren als Modegag. Seit den 2010er Jahren verbreiten sie sich seuchenartig im ganzen Land und entfärben die Gartenkultur von grün zu grau.

Merkmale von Schotterflächen

Auf welchen Vorbildern basiert die Ästhetik von Schotterflächen?
  • Steingarten: Früher gestaltete man Steingärten aus in der Natur vorgefundenen Steinen und Pflanzengemeinschaften, deren natürlicher Lebensraum aus solchen Steinen besteht. Zweck solcher Steingärten ist nicht, Pflanzen und Tiere zu verdrängen, sondern spezielle Biotope zu schaffen. Sie tragen als Variationen „normaler“ Gärten zur ökologischen und ästhetischen Vielfalt der Gartenkultur bei.
  • Bahndamm: Da Schienenwege einen stabilen Unterbau benötigen und Schotter sich dafür gut eignet, schottert man Bahndämme. Dem technischen Zweck entgegen siedeln sich im Schotter immer wieder Pflanzen an. Die Deutsche Bundesbahn vernichtet sie bisher mit dem Pflanzengift Glyphosat.
Tatsächlich haben Schotterflächen mit Steingärten fast nichts gemein, mit Bahndämmen dagegen sehr viel.

Aus welchen Materialien bestehen Schotterflächen? Von der Art sind vom Gletscher geschliffener Kies, unter Felswänden gesammeltes Geröll und im Steinbruch abgebauter Schotter zu unterscheiden. Alle Größen von mannshohen Klötzen über grobe Brocken bis zu feinen Kieseln und Split kommen vor, wobei die Eintönigkeit von grob zu fein zunimmt. Als Farben dominieren Grautöne mit den Extremen weiß und schwarz, gelegentlich ergänzt durch rötliche Töne, wobei die Trostlosigkeit von hell zu dunkel zunimmt.

Wie entstehen Schotterflächen? Die Humus- und Bodenschicht der Zielfläche wird bis zu einem halben Meter Tiefe abgetragen und weggeschafft. Die Fläche wird mit Steinplatten versiegelt, mit Plastikfolie abgedichtet oder semipermeablem Vlies überdeckt. In das Loch werden haufenweise Steine gekippt und verteilt. Manchmal wird ein Pflänzchen zwischen die Steine gesetzt. Fertig.

Als Schotterflächen begleitendes Phänomen verbreiten sich Schotterkäfige (Gabione, Steinkäfig, Stein-, Mauerstein-, Schüttkorb, Drahtschotterkasten, „Vertikalschotter“) über sinnvolle Anwendungen wie Stützmauern, Hang- und Uferbefestigungen hinaus als Ersatz für Hecken und Trennwände. Schotterkäfige teilen viele Eigenschaften mit Schotterflächen.

Worin unterscheiden sich Schotterflächen von richtigen Gärten?

  • Verdrängung von Pflanzen: Zweck von Schotterflächen ist, Arten und Anzahlen von Pflanzen zu reduzieren, schlimmstenfalls zu eliminieren. Was trotzdem wächst, wird rausgerissen, abgeflammt oder vergiftet. Geduldet sind höchstens einzelne in die Steinflächen gesetzte Pflanzen: Gräser, Büschchen, Bäumchen.
  • Verdrängung von Tieren: Wo nichts wächst, bleiben auch Tiere mangels Nahrungsangebot und Lebensraum weg – nicht nur Kleintiere wie Igel, Mäuse, Schnecken, Amphibien, sondern auch Insekten, Würmer und Mikroorganismen. Folglich finden auch Vögel nichts zum Fressen, mit ihnen verschwindet ihr Gezwitscher aus dem „Garten“ – Verkehrslärm erhält Vorrang.
  • Versiegelung des Bodens: Während der Boden eines richtigen Gartens viel Regenwasser aufnimmt, speichert und versickern lässt, speichern Steinhaufen gar nichts und die darunter liegende Teil- oder Komplettversiegelung be- bzw. verhindert das Versickern des Wassers.
  • Reduktion von Formenvielfalt, Geometrisierung: Verglichen mit der Formenvielfalt von Pflanzen ist die von Steinen gering: Kies rund geschliffen, Schotter kantig gebrochen. Schotterflächen folgen oft einfachen, geometrischen Formen. Es überwiegen Geraden, Dreiecke, Vierecke, Rechtecke, Kreise, Kreisbögen, gelegentlich Kurven. Geduldete Pflanzen stutzt man gern auf geometrische Formen zurecht: Kugeln, Kegel, Quader.
  • Reduktion von Farbenvielfalt, Verödung: Verglichen mit der Farbenvielfalt von Pflanzen ist die von Steinen gering: Kies hellgrau, Schotter dunkelgrau bis schwarz, manchmal rötlich, gelegentlich weiß. Um der Eintönigkeit abzuhelfen, ordnet man Steine in zwei oder drei Farben in geometrischen Mustern an.
  • Uniformierung von Restpflanzen: Geduldeten Pflanzen treibt man gern jegliche Individualität aus. Zurechtgestutzt stehen sie in Reih und Glied wie Soldaten auf dem Kasernenhof, bis man sie in der nächsten Schlacht hinmetzelt.
  • Eintopfung von Restpflanzen: Geduldeten Pflanzen erlaubt man ungern, im Erdboden zu wurzeln. Man stopft sie in Töpfe und Kübel aus Ton und Metall, gern auch aus Plastik oder überdimensional groß.
  • Kombination mit Artefakten, Verkitschung: Wen die kümmerlichen Restpflanzen zu wenig ästhetisch reizen, bereichert seine Schotterfläche mit Artefakten:
    • Beliebt sind alte Haushaltsgegenstände (Topf, Scherben, Wanne), Werkzeuge (Pflug, Waage, Waschmaschine), Verkehrsmittel (Schubkarre, Fahrrad, Moped, Reifen, Boot).
    • Figuren von Tieren (Schnecke, Dinosaurier, Vogel, Hund, Kuh) und Menschen präsentieren sich in vielfältigen Formen und Materialien: gemetzter Stein, geschnitztes Holz, rostiges Metall, gegossener Kunststoff.
    • Alternativ zu Gegenständlichem bietet sich Abstraktes an, meist in geometrischen Formen. Favoriten sind Kugeln und quaderförmige Stelen, mehr oder weniger behauen.
    • Die Rolle von Artefakten können auch unbearbeitete Totholzstücke oder Steinbrocken spielen.
    • Oft vorhanden, selten sinnvoll sind Gartenleuchten, die eBay ab 5 Euro anbietet.

    Häufig strebt das redliche Bemühen um ästhetische Qualität zu einer bedauernswerten Kitschkultur, die die Gartenzwergära als verlorenes Paradies erscheinen lässt. Artefakte sind kein Alleinstellungsmerkmal von Schotterflächen, wirken hier aber besonders skurril.

Gärten und Schotterflächen unterscheiden sich zwar grundsätzlich, praktisch sind die Übergänge von Gärten zu Schotterflächen jedoch fließend, vielfältig und widersprüchlich – vor allem dort, wo man alte Grünflächen und Gärten stückweise überschottert. Da kontrastiert ein Schotterstreifen mit einem Wildblumenstreifen, ein Schotterquadrat mit einem Blumenquadrat, dort ragt ein hässlicher Schotterkäfig aus einem hübschen Steingarten, hier verhunzt ein Schotterrand den Garten, dort wachsen Rosensträucher aus der Steinwüste.

2019-08-08_3762_Schotterwahn_khu Blumenkegel mit Schotterrechteck

Wo erscheinen Schotterflächen? Ein Kriterium ist die Vorgeschichte der Fläche: Befand sich früher ein Grünstück oder ein Garten dort, wo sich jetzt Schotter ausbreitet? Oder handelt es sich um eine größere neugestaltete oder neubebaute Fläche mit integrierter Schotterfläche?

  • Verkehrsinseln: Ursprünglich als Grünflächen angelegt, verkommen Verkehrsinseln zu Schotterflächen, sofern nicht die zuständige Gemeinde gegensteuert. Unter den mutierten Kreisverkehrsinseln zählen die beiden Welschinger Schotterinseln zu den grauenhaftesten. Auch Straßenränder werden überschottert.
  • Öffentliche Anlagen: Städtische Parkanlagen, kleine Ruhezonen, Bereiche vor öffentlichen Gebäuden, Streifen zwischen Parkplätzen – solche ursprünglichen Grünflächen sind von Überschotterung bedroht. Hydranten, Verteilerkästen, Sitzbänke stellt man ebenso in Steinwüsten wie Bäume.
  • Ortskernverschönerungen: Beispielsweise Eigeltingen schuf sich riesige öde Schotter- und Pflasterflächen, während Hilzingen die von Baumreihen gesäuberte Fläche neben der Barockkirche zu einem schotterfreien Platz zupflasterte, der ungeahnte Hitzemengen speichern und flugfähigen Bundeswehr-Hubschraubern als Landeplatz dienen kann, bis man eine sinnvolle Nutzung findet.
  • Betriebliche Anlagen: Genauso betroffen sind Grünstreifen und Gebäudezugangsbereiche von Firmen. Früher blumengeschmückte Frontstreifen an Tankstellen öden heute als Schotterflächen. Firmenschilder werden nicht mehr umgrünt, sondern umschottert. Einkaufszentren betonieren nicht nur riesige Parkflächen, sondern entgrünen und verschottern auch die Restflächen.
  • Private Anlagen: In den Vorgarten, wo Oma Radieschen hegte und Mutti Tulpen pflegte, kippen die Nachfahren Schotterladungen. Wurde aus dem ehemaligen Misthaufen früher ein Blumenbeet, so wird er heute zum Schotterhaufen mit einem Blumentopf in der Mitte, um das schlechte Gewissen zu beruhigen. Ehedem bepflanzte Trennstücke zwischen Haus, Garage, Parkplatz, Garten werden überschottert, egal ob klein ob groß. Der Steinrand um das Haus wird immer breiter, aus Kies wird Schotter. Der Garten wird mit Schotterstreifen zerteilt und umrandet, die Gartenhecke durch ein Gitter, eine Wand oder einen Steinkäfig ersetzt, der Blumenkasten mit bunten Glassplittern gefüllt. Einstige Gärten mit herrlicher Pflanzenpracht werden durch brutale Akte gärtnerischen Vandalismus in jämmerlichen Schotterkitsch verwandelt.
  • Neubaugebiete: Die grauenhaftesten, grässlichsten, hässlichsten und scheußlichsten Beispiele des Schotterwahns liefern Neubauten von Firmengebäuden und Wohnhäusern.

Argumente für Schotterflächen

Was spricht für Schotterflächen? Wem nützen sie wie? Welchen Nutzen bieten sie ihren Herstellern, Verkäufern, Käufern, Besitzern, der Allgemeinheit und der Umwelt?
  • Profitabilität: Ulf Soltau vertritt die These, Abfall- und Bergbauindustrie und Baumärkte hätten einen Markt geschaffen, um „Schutt und Reste als Material für mediterrane Gärten“ zu verkaufen (SK 22.05.2019). Auch Gartenbaufirmen können vom Schotterhype profitieren, indem sie zum Schottern billige Arbeitskräfte einsetzen, die keine qualifizierten Kenntnisse und Fähigkeiten zur Gartenkultur benötigen.
  • Bequemlichkeit: Der Besitzer will nicht auf seine Gartenfläche verzichten, hat aber keine Zeit für Gartenpflege. Eine Schotterfläche erscheint ihm irrtümlich als pflegeleicht. Er glaubt, damit dauerhaft Arbeit und Zeit zu sparen. Er hofft, die einmalige Geldausgabe für das Anlegen der Schotterfläche möge andauernde Arbeitsersparnis bewirken.
  • Modernität: Schotterflächen sind modern, modisch, schick, trendy, angesagt, „in“.
  • Was Schotterflächen der Allgemeinheit und der Umwelt nutzen könnten, ist bisher nicht bekannt.
    „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“
    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949, Artikel 14 (2); bundestag.de/grundgesetz
Der ökonomische Nutzen von Schotterflächen für Hersteller und Verkäufer ist kaum zu widerlegen: Wäre der Verkauf von Schotter nicht profitabel, verschwände Schotter vom Markt. Dagegen ist der Nutzen von Schotterflächen für Käufer und Besitzer fraglich.

2019-10-13_4651_Schotterfirma_khu Baustoff-Handelsfirmen lagern Massen von Schotter in Plastiksäcken und ...

2019-10-13_4652_Schotterfirma_khu ... vermarkten sie mit Slogans wie „mit Natursteinen bauen und gestalten“.

Die Schotterlobby preist Schotterflächen als pflegeleicht, unkrautfrei und schick an. Kritiker werten dies als „Bauernfängerei“ und „Betrug am Kunden“.

Sind Schotterflächen wirklich pflegeleicht? Im Schatten wachsen oft Algen, Flechten und Moose auf den Steinen (Das Grüne Blatt 4/2016). Sobald Laub fällt, organische Stoffe zwischen die Steine gelangen, sich Humus bildet und Samen anlanden, wächst „Unkraut“. Wildpflanzen kommen unvermeidlich – früher oder später. Die Pionierpflanzen sind auch die hartnäckigen (Kaltwaßer, FR 12.08.2019). Wie können Ordnungssüchtige gegen das „Trotzleben“ vorgehen?

  • Ausrupfen: Einmal jährlich reicht nicht – in der Wachstumsperiode gerät Jäten zur idiotischen, mühsamen Regelaktion.
  • Vergiften: Glyphosat draufschütten ist in Privatgärten nicht nur verboten, sondern extrem umweltschädlich.
  • Verbrennen: Mit einem Flammenwerfer die Wildpflanzen ums Haus abzufackeln ist nicht nur mühsam, sondern kostet auch Energie und funktioniert bei Schotterflächen nicht.
  • Absaugen, Wegblasen: Mit einem Laubsauger riskiert man, auch Steine wegzusaugen. Ein Laubbläser erzeugt extremen Lärm für geringen Nutzen, da er nicht alles wegbläst, was sich in der Steinschicht angesammelt hat.
  • Mit Hochdruck reinigen: „Hochdruckreiniger [..] sind laut, verbrauchen viel Energie und schaden obendrein Kleinstlebewesen“ (NABU).
  • Firma beauftragen: Teuer. Das Geld wäre für Gartenpflege besser angelegt.
  • Erneuern: „Nach drei bis zehn Jahren muss die ganze Fläche abgetragen, der Kies gewaschen, das Vlies unter dem Kies entfernt und erneuert und der saubere Kies wieder aufgelegt werden, auch das ist teuer und verbraucht Strom“ (NABU).
  • Schotterfläche zurückbauen und entsorgen: „Noch viel teurer. Also am besten gar nicht damit anfangen“ (Kaltwaßer, FR 12.08.2019).
Wohingegen noch Restpflanzen wachsen sollen, drohen diesen bei zu hoher Sonneneinstrahlung Verbrennungen oder Spinnmilbenbefall (Das Grüne Blatt 4/2016). Das Ersetzen verdorrter Pflanzen ermöglicht Schotterfirmen Zusatzverdienste.

Argumente gegen Schotterflächen

Was spricht gegen Schotterflächen? Schon die Merkmale, in denen sie sich von Gärten unterscheiden. Welche Schäden bewirken sie für ihre Besitzer, die Allgemeinheit und die Umwelt?
  • Ökologie: Schotterflächen ignorieren die belebte Natur. Sie sind ökologisch wertlos, ja schädlich. (SK 22.05.2019) „Reine Schotterflächen ohne grüne Pflanzen bieten keinen Lebensraum für Insekten und Kleinlebewesen“ (SK 16.05.2019). Schotterflächen tragen zur Reduktion der Biodiversität, zum Arten-, Insekten-, Bienensterben, zum Verschwinden von Vögeln bei.

    Gärten sind wichtige Glieder von Korridoren für wandernde Arten; Schotterflächen zerteilen und stören solche Korridore (Klärle, FR 19.06.2019). Zudem werden oft „Neophyten gepflanzt, die sich außerhalb des Gartens ausbreiten und die heimischen Pflanzen verdrängen und hiesigen Tieren kaum oder gar keine Nahrung bieten“ (NABU).

    Bieten Hecken nicht nur Sichtschutz, sondern auch Lebensräume für Insekten, Kleintiere und Vögel, so vertreiben Schotterkäfige alle Lebewesen bis auf wenige Mikroorganismen.

  • Klima: Schotterflächen führen zu mehr Stauwärme als bepflanzte Flächen, die für Verdunstungskühle sorgen.
    „Je enger bebaut ist, desto wichtiger ist es, auf Schottergärten zu verzichten. Diese Gärten, ähnlich wie diese schottergefüllten Drahtgeflechte, die als Mauern dienen, wirken sich auf das lokale Kleinklima stark aus. Wenn dort mehrere nebeneinander liegen, kann sich die Umgebung nur noch schwer abkühlen. Und selbst dort, wo nicht ganz so dicht bebaut ist, macht sich der Besitzer zumindest das Mikroklima an seinem eigenen Haus kaputt, wenn er vor den Fenstern Steine statt Büsche und Gras hat“ (Klärle, FR 19.06.2019).
    Steine heizen sich in der Sommersonne auf, speichern die Hitze und geben sie nachts ab. Mit einer Schotterfläche hat man
    „sich einen Backofen vor die Tür gesetzt. Die Nachtabkühlung kommt gar nicht richtig in Gang. Ein Vorgarten hat durch die Pflanzen und die Bodenverdunstung einen Kühleffekt, dort ist es insgesamt nicht so heiß. Wo Schottergärten sind, ist es im Dorf oder Stadtviertel im Sommer wärmer“ (Kaltwaßer, FR 12.08.2019).
    Auch Schotterkäfige wirken wie Backöfen, während Hecken im Sommer kühlenden Schatten spendieren.
  • Lufthaushalt: Schotterflächen produzieren keinen Sauerstoff, verbrauchen kein CO2 und binden keinen Feinstaub, anders als Pflanzen (SWR 04.09.2019). Indem Schotterflächen nicht zur CO2-Reduzierung, aber zur Erderwärmung beitragen, sind sie doppelt klimaschädlich.
  • Wasserhaushalt: Da das Vlies oder die Plastikplane unter dem Schotter das Eindringen des Regenwassers in den Boden be- bzw. verhindert, fließt es in die Kanalisation, für Pflanzen und Grundwasser verloren. Die Versiegelung des Bodens stört den natürlichen Wasserhaushalt und führt zu den Extremen Austrocknung des Bodens und Überschwemmung bei Starkregen. „Die Kanalsysteme der Städte haben ohnehin Probleme mit Starkregen, das Wasser fließt dann unkontrolliert ab“ (Kaltwaßer, FR 12.08.2019).
  • Akustik: Anders als Pflanzen dämpfen Schotterflächen und -käfige Geräusche und Lärm nicht, sondern reflektieren und verstärken sie (NABU).
  • Ästhetik, Sinneswahrnehmung: Schotterflächen erzeugen durch optische Eintönigkeit ästhetische Defizite (SK 22.05.2019). Schotterflächen stellen eine Art ästhetischer Umweltverschmutzung dar, die sich durch krampfhafte Bemühungen um „schöne“ Anordnungen der Steine nicht mildern lässt. Durch ihre Monotonie zeigen Schotterflächen „wenig jahreszeitliche Aspekte oder Veränderung. Kleine Entdeckungen, leckere Früchte oder wohltuende Düfte fehlen vollkommen und so bieten die Flächen Spaziergängern und Kindern wenig Anlass zur Freude“ (NABU). Schotter reizt nicht zum Anfassen, Befühlen, Bestreicheln, Beriechen, er signalisiert: Hände weg! Hau ab!
  • Kultur: Schotterflächen haben keinen Bezug zum Ort, zur Region, zur Landschaft. Sie verdrängen Wissen um Natur und regionaltypische Gartenkultur (SK 22.05.2019). Bedenklich ist das überall, besonders aber in der Bodenseeregion mit ihrer durch die Blumeninsel Mainau und viele andere Parks geprägten Gartenkultur. Schotterflächen fördern die Entfremdung von der Heimat und der Natur.
  • Gesellschaft: Schotterflächen sind Ausdruck antiquierter, preußisch-militaristischer und spießig-fanatisch überzogener Scheintugenden wie „Ordnung“ und „Sauberkeit“, die für eine nachhaltige, enkelgerechte Gestaltung unserer Gärten und Freiflächen nicht taugen.
  • Gesundheit: Verschotterung bedeutet Verödung. Fehlende kognitive Reize können zu psychischen Erkrankungen führen (SK 22.05.2019). Wer zwischen Steinflächen aufwachsen muss, wird krank.
  • Herstellung: Massen an Schotter, Steinbrocken und Stelen werden in Steinbrüchen in China und Indien von Kindern und Frauen unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt. (Rainer Luick) Der Transport an die Zielorte verschwendet Energie.
  • Entsorgung: Den Schotter zu entsorgen ist problematisch und kostet 180 Euro pro Tonne. Das „Unkrautvlies“ aus Plastik ist Sondermüll. „Aus ökologischer Sicht entstehen dadurch Altlasten für Generationen“ (Soltau, SK 22.05.2019).
  • Recht: Schotterflächen sind illegal. Sie verstoßen gegen die meisten Landesbauordnungen, die fordern, nicht überbaute Flächen bebauter Grundstücke wasseraufnahmefähig zu belassen und zu bepflanzen.
  • Ethik: Da Schotterflächen dem Artikel 14 (2) des Grundgesetzes und den Landesbauordnungen widersprechen, ist es fraglich, ob sie ethisch und moralisch vertretbar sind.
  • Hoher Kosten- und Pflegeaufwand: Siehe garteneuphorie.de/steingarten-oder-steinwueste.

Alternativen zu Schotterflächen

Was gegen die Aufheizung der Städte zu tun ist, fasst der Klimaforscher Prof. Andreas Schwab zusammen:
„Unsere Städte müssen grüner, schattiger, feuchter und heller werden. [...] Heller, weil helle Flächen mehr Strahlung reflektieren. Feuchter, weil die Feuchtigkeit dazu führt, dass Energie in Verdunstungsprozesse umgesetzt wird und nicht in Wärme. Grüner, weil auch die Transpiration der Pflanzen Kühlung bringt. Und schattiger, weil Schatten direkte Einstrahlung verhindert“ (SK 26.08.2019).
Welche gärtnerischen Maßnahmen sind zur Klimaanpassung und Erhaltung der Artenvielfalt erforderlich und möglich?
  • Weniger Versiegelung von Flächen: weniger Betonierung, weniger Pfllasterung, weniger Verschotterung.
  • Weniger Steinkäfige, weniger Zaunwände
  • Mehr Wasserflächen: Verdunstung trägt zu Kühlung bei.
  • Mehr Pflanzen: Bäume, Sträucher, Grünflächen, Gärten, Hecken, begrünte Wandflächen führen zu weniger Stauwärme und mehr Kühlung, verbrauchen CO2 und produzieren Frischluft. (FR 19.06.2019)
  • Bodendeckerpflanzen sind pflegeleicht, verdrängen „Unkraut“ auf natürliche Weise und erhalten ein akzeptables Mikroklima.
  • Naturnaher Garten mit heimischen Pflanzen: Lieber weniger als mehr „pflegen“, wilde Ecken der Natur überlassen.
    „Perfekt gepflegter Rasen, supermanikürte Rabatten, da darf kein Halm Unkraut stehen ... so etwas macht natürlich viel Arbeit. Wer aber seinen Garten naturnah gestaltet und nicht voll mit Exoten, sondern mit heimischen Pflanzen, die an den Standort angepasst sind, dann macht der Garten wenig Arbeit. Es gibt auch Gärten für Faule, die sogar für die Tierwelt ein Gewinn sind“ (Kaltwaßer, FR 12.08.2019).
  • Pflegeleichten, umweltfreundlichen Garten dicht bepflanzen mit „fünf bis acht Stauden pro Quadratmeter, die den Boden gut bedecken. [..] Robuste Sorten, in einer farbenprächtigen Mischung, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Salbei, Bleiwurz oder Bartpflanze sind einige von vielen“ (Gartenexperte Werner Ollig, SWR 04.09.2019).
  • Kräutergarten:
    „Wer einen pflegeleichten Vorgarten haben will, der sollte die Fläche mit nährstoffarmen Sand abmagern und Küchenkräuter aussäen. Eine möglichst geschlossene Kräuterdecke sieht hübsch aus, ist wirklich pflegeleicht, hilft den Insekten und [..] dem eigenen Gewissen“ (Imker Magazin 14.09.2019).
  • Vielfältige Tipps bietet der NABU mit der Seite Pflegeleichte Gärten – Alternativen zu Schotter & Co. und weiteren Seiten.

Maßnahmen zu Schotterflächen

Was kann man gegen die epidemische Ausbreitung von Schotterflächen tun?
  • Aufklärung: Sinnvoller als verbieten ist, den Leuten
    „klarzumachen, was sie da tun – was sie sich auch selbst damit antun. Ich möchte nicht mein Haus von so einem Schotterfeld aufgeheizt bekommen. Und ihnen auch klarmachen, dass sie auf Dauer gar nicht weniger Arbeit dadurch haben. Überzeugen wirkt nachhaltiger als verbieten“ (Kaltwaßer, FR 12.08.2019).
  • Staatliche Maßnahmen: Im Mai 2019 beschlossen die Umweltminister der Länder ein Aktionsprogramm zur Förderung insektenfreundlicher Privatgärten. Viele Landesbauordnungen verpflichten schon zum Begrünen und Bepflanzen unbebauter Flächen. (Hamburger Abendblatt 10.08.2019)
  • Kommunale Maßnahmen: In Frankfurt befasst sich eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe mit dem Problemfeld Klimawandel/Schotterflächen. Frankfurt fördert Flächenentsiegelungen. Hanau plant für 2020 eine Kampagne für grüne Gärten mit Veranstaltungen, Infomaterial und Beratungen. (FR 12.08.2019) Die Verbandsgemeinde Nieder-Olm vergibt den Förderpreis „Lebendige Gärten und Höfe“ (VG Nieder-Olm, 22.03.2019).
  • Bebauungsregeln: Gemeinden können in Satzungen festlegen, wie Bebauungsgebiete vor Überhitzung zu schützen sind. (FR 19.06.2019)
    • Nach der seit 1979 gültigen Frankfurter Vorgartensatzung sind Vorgärten zu begrünen. Wer Grün aus seinem Garten entfernt und durch Stein ersetzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Von 2012 bis 2018 hat die Bauaufsicht 554 Verstöße gegen die Vorgartensatzung geahndet, die Eigentümer aufgefordert, ihre Gärten zu begrünen, und dies auch durchgesetzt. (FR 12.08.2019)
    • Hanau untersagt mit Bebauungsplänen und Vorgartensatzungen Schotterflächen in Neubaugebieten. (FR 12.08.2019)
    • Bad Neuenahr-Ahrweiler, Neustadt an der Weinstraße, Speyer verbieten Schottergärten in ihren Neubaugebieten (SWR 04.05.2019), ebenso Mainz (SWR 04.09.2019), Kaiserslautern (SWR 24.09.2019), Bremen, Heilbronn, Neuwied, Xanten (SWR 07.10.2019).
  • Abwassergebühren: Gemeinden können für Schotterflächen die höhere Abwassergebühr für versiegelte Flächen verlangen, weil sie das Kanalsystem zusätzlich belasten (Kaltwaßer, FR 12.08.2019).
  • Entsteinung: Öffentliche Aktionen, die Schotterflächen in naturnahe, klimafreundliche Pflanzengärten verwandeln, können auch zur Aufklärung beitragen (Herxheim 21.05.2019).

Quellen

Bücher

Isabella Renitente:
Edelsplitt & Zierkies. Über multiresistente Steine in Ungärten
Books on Demand GmbH, Norderstedt (05.08.2019) 209 S.
Die Juristin Isabella Renitente beschreibt ihr Büchlein so: „Seit Jahren boomt Gartengestaltung mit strengen, geraden Linien und minimalistischer Bepflanzung, trotz Artenschwund und Klimawandel. Der Garten mutiert zur Geröllhalde. Kritiker solcher meist in deutlich sichtbaren Bereichen angelegten Schottergärten bemängeln, dass die Geröllflächen für Fauna und Flora komplett als Lebensraum verloren gehen. Die Gärten seien trist, hässlich, ökologisch wertlos und nachteilig für das Mikroklima. Edelsplitt & Zierkies ist eine satirische Betrachtung dieses Trends in Bildern mit bekannt scharfzüngigen Kommentaren.“
Ulf Soltau:
Gärten des Grauens
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main (30.09.2019) 128 S.
Der Biologe und Botaniker Soltau ergänzt seine Facebook-Seite Gärten des Grauens durch dieses gedruckte Buch. „Sauberkeit, Ordnung und der Krieg gegen das Unkraut sind nach wie vor Kardinaltugenden des Privatgärtners. Die Natur bleibt ein nicht hinzunehmender Störenfried auf heimischer Scholle. Und das selbst in Zeiten von Flächenversiegelung und monströser Artenvernichtung. "Gärten des Grauens" hält der deutschen Gartenkultur mit den Mitteln des Humors und der Satire den Spiegel vor. Gegen Verbaumarktisierung, unökologische Schotterwüsten, Kunstrasen, sterile Krüppelkoniferen und Psychopathengärten“ (Gärten des Grauens | Buch).

Artikel, Audios, Videos

Sortiert nach Erscheinungsdatum.

Lutz Prauser:
Alles Schotter oder was? – Teil 1: Ein neuer Trend?
TESTUDOWELT Das Portal für Nachrichten und Informationen aus der Schildkrötenwelt (10.07.2015)
testudowelt.de/?p=8940
Alles Schotter oder was? – Teil 2: Auf Schottersuche im Habitat
TESTUDOWELT (17.07.2015)
testudowelt.de/?p=8947

Kritischer Beitrag zur Überschotterung von Schildkrötengehegen.
Karla Krieger:
Ein unansehnlicher Trend macht sich in Deutschlands Vorgärten breit:
Vom Sinn und Unsinn der Splitt- und Schottergärten

Stadt+Grün 3/2016, Das Gartenamt, Patzer Verlag GmbH & Co. KG, Berlin (15.03.2016)
stadtundgruen.de/artikel/vom-sinn-und-unsinn-der-splitt-und-schottergaerten-2537.html
Krieger erklärt Rollen von Steinen in der Menschheitsgeschichte und benennt ästhetische und kulturelle Defizite von Schotterflächen: Sie seien „weder "pflegeleicht" noch stellen sie ein irgendwie ästhetisch bereicherndes Gestaltelement im Stadt- oder Ortsbild dar“. „Das Grau des Schotters wirkt leblos, kalt, unwirtlich, nahrungsarm. Die scharfen Kanten von Schotter und Split suggerieren "Vorsicht! Schnittwunden möglich!" Eine einzelne Pflanze in der grauen Schotterfläche lässt Einsamkeitsgefühle entstehen. Das Bild spielender Kinder ist in einem solchen Garten nicht vorstellbar.“ „Lieblos mit Schotter überschüttete Vorgärten“ beleidigten durch „besonders sparsame Form der Pflanzenverwendung“ und „stark ausgeprägte Gestaltarmut“ aller Augen. So „verunstaltete Vorgärten“ seien nicht nur „gestalterische Entgleisungen“, sondern „gestalterische "Unorte"“, „eine aktive Verunstaltung des öffentlichen Raumes“, „ein Affront“, „ein Angriff auf die Sinne“, eine „lebensfeindliche Umwelt direkt vor der Haustür“.
Werner Ollig, Gartenakademie Rheinland-Pfalz, Neustadt/Weinstraße;
Birgit Heinz-Fischer, Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz, Mainz:
Schotter- statt Grünanlage: Der falsche Weg!
Das Grüne Blatt, 4/2016, Beilage Heft 12/16
gstb-rlp.de/gstbrp/Schwerpunkte/Umwelt-%20und%20Klimaschutz/Gr%C3%BCnes%20Blatt%202016-04%20Schotter%20statt%20Gr%C3%BCnanlage%20-%20der%20falsche%20Weg.pdf
Erklärt den Unterschied zwischen Schottermulchdecke und Schotterbeet. Vergleicht Arbeitsaufwände für verschiedene Beetarten.
Karen Heyer:
Erschotternd!
Allegrias Landhaus naturnah + biologisch gärtnern im Landhausgarten (24.09.2017)
allegriaslandhaus.de/2017/09/erschotternd
Acht erschotternde Fotos aus einem verschotterten Urlaubsort.
Doris Tausendpfund:
Auch in der Schweiz sind Geröllflächen auf dem Vormarsch: Schotter statt Grün
Stadt+Grün 6/2018 (27.06.2018)
stadtundgruen.de/artikel/schotter-statt-gruen-8770.html

Patricia Brandt:
Im Grünen Bereich: Die Steinwüste lebt
WESER-KURIER (15.07.2018)
weser-kurier.de/gartenkolumne_artikel,-die-steinwueste-lebt-_arid,1752122.html

Schloss Dyck:
"Rettet den Vorgarten"-Veranstaltung macht Lust auf Grün vor der Haustür

Stadt+Grün 8/2018 (03.09.2018)
stadtundgruen.de/artikel/rettet-den-vorgarten-veranstaltung-macht-lust-auf-gruen-vor-der-haustuer-9404.html

Mechthild Klett (Fragen):
Waiblingen: Oberbürgermeister Hesky kämpft gegen Schottergärten
Stadt+Grün 1/2019 (07.01.2019)
stadtundgruen.de/artikel/oberbuergermeister-hesky-kaempft-gegen-schottergaerten-10492.html

Mario Quadt:
Kommentar zu Steingärten: Zu viel Grau statt Grün
General-Anzeiger Bonn (14.01.2019)
general-anzeiger-bonn.de/region/vorgebirge-voreifel/rheinbach/Zu-viel-Grau-statt-Gr%C3%BCn-article4018138.html

Jörg Isringhaus:
Steinwüste in NRWs Vorgärten:
Was Kies und Schotter mit Insektensterben zu tun haben

RP ONLINE, RP Digital GmbH, Düsseldorf (07.02.2019)
rp-online.de/nrw/panorama/steinwueste-in-nrw-vorgaerten-umweltschuetzer-kritisieren-kies-und-schotter_aid-36603117

Sven Görlitz:
Steinwüste und Hitzesommer
Familienheim und Garten, Magazin für die Mitglieder im Verband Wohneigentum e.V., Verlagsgesellschaft mbH Bonn (Februar 2019)
fug-verlag.de/pages/pflanzen/5253/steinwueste_und_hitzesommer

Brigitte Kornberger:
Garten-Offensive: Blütenmeer statt Steinwüste
BR Mediathek (25.03.2019) Video 5 Min
br.de/mediathek/video/garten-offensive-bluetenmeer-statt-steinwueste-av:5c9910e877b9d800195f840c
Gartenbau: Steinwüste statt Blumengarten
BR Mediathek (24.04.2019) Video 6 Min
br.de/mediathek/video/gartenbau-steinwueste-statt-blumengarten-av:5af9c0d36a4a050018a703a5

Patrick Batarilo:
Gärten des Grauens: Ulf Soltau kämpft für unsere Umwelt
SWR2 (29.03.2019)
swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/SWR2-Tandem-Gaerten-des-Grauens,broadcastcontrib-swr-11940.html
SWR2 (03.04.2019) Audio 30 Min
swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/Gaerten-des-Grauens-Ulf-Soltau-kaempft-fuer-unsere-Umwelt,aexavarticle-swr-42952.html

Interview mit dem Biologen Ulf Soltau, der die Facebook-Seite Gärten des Grauens betreibt.
Schottergärten - quer durch Deutschland
SWR2 (01.04.2019)
swr.de/swr2/programm/Schottergaerten-quer-durch-Deutschland,gallery-swr-6496.html

Brigitte Trapp:
Umstrittener Trend: Schottergärten auf dem Vormarsch
SWR1 Rheinland-Pfalz (10.04.2019) Video 2:23 Min
swr.de/swr1/rp/Umstrittener-Trend-Schottergaerten-auf-dem-Vormarsch,aexavarticle-swr-22846.html

Problemzone Schottergarten: Grünstadt soll wieder grüner werden
SWR Aktuell Rheinland-Pfalz (23.04.2019) Video 2:18 Min
swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/Stehsatz-Schottergaerten,av-o1113546-100.html

Andernach, Koblenz: Städte wollen umstrittene Steingärten verbieten
SWR Aktuell Rheinland-Pfalz (04.05.2019)
swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/Andernach-Staedte-wollen-umstrittene-Steingaerten-verbieten,steingarten-verbieten-andernach-koblenz-100.html

Aus Klima- und Naturschutzgründen: Städte sagen Steingärten den Kampf an
SWR Aktuell Rheinland-Pfalz (04.05.2019)
swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/Aus-Klima-und-Naturschutzgruenden-Staedte-sagen-Steingaerten-den-Kampf-an,steingaerten-rlp-100.html

Insektenschutz in Privatgärten:
Umweltminister fordern Kampagne gegen Schottergärten

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz (10.05.2019)
swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/Umweltminister-wollen-Insekten-besser-schuetzen-Laenderkampagne-gegen-Steingaerten,steingaerten-110.html

Susanne Gehrmann-Röhm:
Schottergärten sollen in Singen verboten sein
Südkurier (16.05.2019)
suedkurier.de/region/kreis-konstanz/singen/Schottergaerten-sollen-in-Singen-verboten-sein;art372458,10150674

Die Singener Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragt für zukünftige Bebauungspläne, unversiegelte Flächen zu bepflanzen und Steinaufschüttungen zu verhindern.
Christine Finke:
Schottergärten und Steine statt Wiese – Hauptsache, praktisch?
Ein Plädoyer für weniger Optimierung, dafür aber mehr wilde Schaukeln und kleine Blumeninseln in unserem Leben

Südkurier (20.05.2019)
suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Schottergaerten-und-Steine-statt-Wiese-Hauptsache-praktisch-Ein-Plaedoyer-fuer-weniger-Optimierung-dafuer-aber-mehr-wilde-Schaukeln-und-kleine-Blumeninseln-in-unserem-Leben;art372448,10154619
Finke plädiert für farbenfrohe Blumen, mehr Vielfalt, etwas Wildheit.
Ortsgemeinde Herxheim, AG „Herxheim blüht!“:
ENTSTEINT EUCH! FÜR MEHR VIELFALT IM GARTEN |
Berichte - Herxheim blüht | In Herxheim blüht uns was!

(21.05.2019)
herxheim-blueht.de/berichte-herxheim-blueht/8.entsteint-euch-fuer-mehr-vielfalt-im-garten/
Hinweis auf eine Entsteinungsaktion am 27.04.2019.
Veronika Lintner:
Die Gärten des Grauens:
Wie ein Berliner Botaniker auf Facebook gegen Schottergärten kämpft

Südkurier (22.05.2019)
suedkurier.de/ueberregional/panorama/Die-Gaerten-des-Grauens-Wie-ein-Berliner-Botaniker-auf-Facebook-gegen-Schottergaerten-kaempft;art409965,10157581
Interview mit dem Biologen und Botaniker Ulf Soltau, der die Facebook-Seite Gärten des Grauens betreibt.
Petra Reuter:
Naturschutz in Meckenheim: Protest gegen Steingärten in Bürgersprechstunde
General-Anzeiger Bonn (24.05.2019)
general-anzeiger-bonn.de/region/vorgebirge-voreifel/meckenheim/Protest-gegen-Steing%C3%A4rten-in-B%C3%BCrgersprechstunde-article4112707.html

Debatte um Steingärten: Rheinbach will gestalterisch sinnvolle Vorgartenflächen
General-Anzeiger Bonn (24.05.2019)
general-anzeiger-bonn.de/region/koeln-und-rheinland/Rheinbach-will-gestalterisch-sinnvolle-Vorgartenfl%C3%A4chen-article4112709.html

Peter Hanack:
Klimawandel – „Schottergärten machen das Klima kaputt“
Frankfurter Rundschau (19.06.2019)

Interview mit Martina Klärle, Professorin für Landmanagement und Mitglied des Direktoriums des Frankfurter Forschungsinstituts.
psw/md:
Grüner Garten statt öde Steinwüste
Stadt Würselen, Offizielles Stadtportal (25.06.2019)
wuerselen.de/2019/06/25/gruener-garten-statt-oede-steinwueste

Christoph Meurer:
Debatte um Vorgärten: Steingärten wird in Alfter der Kampf angesagt
General-Anzeiger Bonn (05.07.2019)
general-anzeiger-bonn.de/region/vorgebirge-voreifel/alfter/Steing%C3%A4rten-wird-in-Alfter-der-Kampf-angesagt-article4139878.html

Günther Schmitt:
Mehr Grünflächen: Remagen will gegen Schottergärten vorgehen
General-Anzeiger Bonn (14.07.2019)
general-anzeiger-bonn.de/region/ahr-und-rhein/remagen/Remagen-will-gegen-Schotterg%C3%A4rten-vorgehen-article4145259.html

Christoph Meurer:
Naturschutz im Vorgebirge: Keine Steingärten in Alfterer Neubaugebieten
General-Anzeiger Bonn (17.07.2019)
general-anzeiger-bonn.de/region/vorgebirge-voreifel/alfter/Keine-Steing%C3%A4rten-in-Alfterer-Neubaugebieten-article4147321.html

Gabi Lendle:
Kindergarten baut Schotterstreifen zum blühenden Garten um
Südkurier (31.07.2019)
suedkurier.de/region/schwarzwald/donaueschingen/Kindergarten-baut-Schotterstreifen-zum-bluehenden-Garten-um;art372512,10233433

Birgit Heinz-Fischer, Werner Ollig:
„Entsteint Euch RLP“ – macht es pflegeleicht und bunt
Gemeinde und Stadt, 8/2019
gstb-rlp.de/gstbrp/Schwerpunkte/Umwelt-%20und%20Klimaschutz/Aktion%20%E2%80%9EEntsteint%20Euch%20RLP%E2%80%9C/Entsteint%20Euch,%20Aufsatz%20aus%20Gemeinde%20und%20Stadt%20Ausgabe%20August%2019.pdf

Bericht über die Aktion „Entsteint Euch RLP“ der Gartenakademie Rheinland-Pfalz, die von der Deutschen Gartenbaugesellschaft 1822 e.V. und dem Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz unterstützt wird.
Angelika Hillmer:
Ordentlich oder Wildnis? Gartengestaltung erreicht Extreme - Klimaschutz
Hamburger Abendblatt (10.08.2019)
abendblatt.de/region/klimaschutz/article226728607/Rettet-den-Vorgarten-Lebende-Gaerten-statt-Schotterflaechen.html

Thema des Tages: Schottergärten
Thomas Stillbauer:
„Es gibt auch Gärten für Faule“
Nabu-Biologin Kathrin Kaltwaßer zu Kiesel statt Pflanzen im Vorgarten und den schädlichen Einfluss der Versiegelung aufs Klima

cm/ill:
Grün statt Parkplatz
Frankfurt setzt sich seit Jahren für eine Entsiegelung ein

Gregor Haschnik:
Überzeugungsarbeit leisten
Hanau setzt auf neue Regeln in Bebauungsplänen und Anreize

Frankfurter Rundschau (12.08.2019) S. 26–27

Martin Wein:
Schotterbeete sind im Trend: Stadt Bonn möchte Steingärten nicht dulden
General-Anzeiger Bonn (08.08.2019)
general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Stadt-Bonn-m%C3%B6chte-Steing%C3%A4rten-nicht-dulden-article4161286.html
Kommentar zu den versteinerten Vorgärten: Öde Flächen
General-Anzeiger Bonn (08.08.2019)
general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/%C3%96de-Fl%C3%A4chen-article4161302.html

Jutta Specht:
Neubaugebiet in Bonn-Röttgen: Bauordnungsamt verbietet Steinwüsten am Hölder
General-Anzeiger Bonn (22.08.2019)
general-anzeiger-bonn.de/bonn/hardtberg/Bauordnungsamt-verbietet-Steinw%C3%BCsten-am-H%C3%B6lder-article4170074.html
Kommentar zu Schottergärten am Hölder: Ökologische Steinzeit
General-Anzeiger Bonn (22.08.2019)
general-anzeiger-bonn.de/meinung/kommentare/%C3%96kologische-Steinzeit-article4170078.html

Stadt Bonn: Was gegen Schottergärten spricht
General-Anzeiger Bonn
general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Was-gegen-Schotterg%C3%A4rten-spricht-article4170077.html

Nach § 8 der Landesbauordnung NRW müssen unbebaute Flächen wasserdurchlässig und begrünt oder bepflanzt sein.
Kevin Rodgers:
Schottergärten: Vier Fragen an Gartenbauer Dietmar Wildi
Südkurier (25.08.2019)
suedkurier.de/region/schwarzwald/schwarzwald-baar-kreis/Schottergaerten-Vier-Fragen-an-Gartenbauer-Dietmar-Wildi;art372502,10256545
Warum Schottergärten ökologisch keinen Sinn machen
Südkurier (26.08.2019)
suedkurier.de/region/schwarzwald/schwarzwald-baar-kreis/Warum-Schottergaerten-oekologisch-keinen-Sinn-machen;art372502,10256551
Der Garten- und Landschaftsbauer Dietmar Wildi aus Villingen-Schwenningen, die Professorin für Naturschutz und Landschaftsökologie an der Universität Freiburg Alexandra-Maria Klein, und der Klimaforscher und Professor für Geografie an der PH Weingarten Andreas Schwab klären auf.

Trend mit vielen Fragezeichen: Schottergärten - Steinwüste statt Artenvielfalt
SWR Fernsehen, Landesschau Rheinland-Pfalz (04.09.2019) Video 4:55 Min
swrfernsehen.de/landesschau-rp/gutzuwissen/Trend-mit-Fragezeichen-Schottergaerten-Steinwueste-statt-Artenvielfalt,video-698.html

Marzellus:
Mein Haus, mein Garten, meine Regeln
Imker Magazin, Blog für Bienenthemen und Naturschutz (14.09.2019)
imkermagazin.com/2019/09/14/mein-haus-mein-garten-meine-regeln

Verbot sorgt für Diskussionen: Stadt Kaiserslautern verbietet Steingärten
SWR Aktuell Rheinland-Pfalz (24.09.2019)
swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kaiserslautern/Stadtrat-Kaiserslautern-verbietet-Steingaerten-Verbot-soll-fuer-Neubauten-gelten,kaiserslautern-steingarten-verbot-100.html

Steinwüste statt Artenvielfalt:
Städte verbieten Schottergärten, Umsetzung jedoch schwierig

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz (04.10.2019)
swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/Steinwueste-statt-Artenvielfalt-Staedte-verbieten-Schottergaerten-Umsetzung-ist-aber-schwierig,koblenz-schottergaerten-100.html

"Schotterwüsten" unerwünscht: Immer mehr Städte wollen Steingärten verbieten
SWR1 Rheinland-Pfalz (07.10.2019)
swr.de/swr1/rp/Immer-mehr-Staedte-wollen-Steingaerten-verbieten,article-swr-7522.html

Susanne Raith, Isabel Klingseisen:
Bayern: Steinwüsten in Vorgärten: Kommen bald Verbote?
idowa, Cl. Attenkofer'sche Buch- und Kunstdruckerei Verlagsbuchhandlung Straubing KG, Straubing (04.12.2019)
idowa.de/inhalt.straubing-regensburg-steinwuesten-kommen-bald-die-verbote.a40cbc0c-178f-4560-bdbb-7b9f6c32ede9.html

Webauftritte

Enthält auch undatierte Artikel. Sortiert nach Namen von Autoren oder Herausgebern.

Garteneuphorie, Johanna Lucke, St. Peter:
Steingarten oder Steinwüste?
garteneuphorie.de/steingarten-oder-steinwueste

GStB - Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz e.V., Mainz:
Aktion „Entsteint Euch RLP“
gstb-rlp.de/gstbrp/Schwerpunkte/Umwelt-%20und%20Klimaschutz/Aktion%20%E2%80%9EEntsteint%20Euch%20RLP%E2%80%9C

Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz will mit der Aktion „Entsteint Euch RLP“ gegen die Ausbreitung von Schotterflächen wirken. Die von der Deutschen Gartenbaugesellschaft 1822 e.V. und dem Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz unterstützte Aktion ist ein Kooperationsprojekt im Rahmen der „Aktion Grün“ des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz.
LINEA Atelier, Nieder-Olm:
BEATE F. MERTEL - Atelier Linea
linea-atelier.de/beate-f-mertel
Die Künstlerin und Botanikerin Beate F. Mertel stellt ihre Arbeiten „gegen die Versiegelung von Flächen im urbanen Raum“ und würdigt mit ihnen „die kleinen, unscheinbaren, kaum sichtbaren Pflanzen [..], die sich trotz baulicher Einschränkungen überall durchsetzen“. Siehe auch Ausstellung < Stadtkraut > von Beate F. Mertel im Rathaus Nieder-Olm vom 26. August bis 6. September 2019
NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V., Berlin:
Gärten des Grauens. Steinwüsten erobern die Vorgärten
nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/trends-service/trends/23829.html
Der Schottergarten. Negativtrend mit ökologischen Folgen
nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/grundlagen/planung/26658.html
Pflegeleichte Gärten – Alternativen zu Schotter & Co.
Lebendig und schön statt steinig und trist

nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/grundlagen/planung/26659.html

NABU-Landesverband Berlin, Christine Szyska:
Zurück in die Steinzeit. Schottergarten-Verbot längst überfällig
berlin.nabu.de/news/newsarchiv/25851.html

NABU Bremen:
Raus aus der Steinzeit. Verheerender Trend zur Steinwüste
bremen.nabu.de/presse/26020.html

Ulf Soltau, Berlin:
Gärten des Grauens | Facebook
facebook.com/GaertenDesGrauens

Die Facebook-Seite des Biologen und Botanikers Soltau – „die erste Gartensatire der Welt!“ – zeigt „im Kampf um die deutsche Gartenkultur und eine lebens-, wie liebenswerte Umwelt [...] regelmäßig Bildmaterial pittoresker Gartenungeheuerlichkeiten“ aus ganz Deutschland. Sie ist „der Versuch mit Mitteln des Humors und der Satire die konfektionierten Gartenwelten der Baumärkte, Discounter und GaLaBauer gesellschaftlich unmöglich zu machen. Ziel unserer Satire sind unökologische Schotterwüsten, Kunstrasen, sterile Krüppelkoniferen und naturfeindliche Psychopathengärten aller Art“.
Verband Wohneigentum e.V., Bonn, Philippe Dahlmann:
Vorgarten: Steinwüste ade! Pflanzen in Lebensgemeinschaften
www.gartenberatung.de/Gaerten-gestalten/Vorgarten/Rettet-den-Vorgarten-6774.htm
Klimaschutz: Ökologisch wertvoll. Rettet den Vorgarten!
www.gartenberatung.de/oekologie/Klimaschutz/Rettet-den-Vorgarten-6775.htm

Wikipedia: Schottergarten
de.wikipedia.org/wiki/Schottergarten

Ausstellungen

Beate F. Mertel:
Unkraut? – Stadtkraut!
Ausstellung, Verbandsgemeinde Nieder-Olm, Rathaus, 26.08.–06.09.2019
www.vg-nieder-olm.de/vg_niederolm/Newsarchiv/2019/Unkraut%3F%20%E2%80%93%20Stadtkraut! (19.08.2019)

Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege Dingolfing-Landau, Bund Naturschutz Kreisgruppe Dingolfing-Landau:
Tatort Garten - Ödnis oder Oase
Foto-Ausstellung, Landau an der Isar, Kastenhof, 02.–23.11.2019
idowa.de/inhalt.landau-an-der-isar-foto-ausstellung-grosses-interesse-am-tatort-garten.a4f6b756-c859-4fc9-b8db-3f5b068c4dd7.html (03.11.2019)